Sprachenwerkstatt
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Anhand dieser Stufen, die auch noch weiter aufgefächert werden können, (z.B. A0 = totaler Anfänger, oder B2+ = jemand der z.B. im Bereich Lesen, Schreiben und Hören schon zu C1 tendiert, aber beim Sprechen noch klar bei B2 einzustufen ist) wird die Sprachbeherrschung bei den unterschiedlichen Kompetenzen in den Bereichen Hören, Lesen, Schreiben und Sprechen beschrieben.3
Auch interkulturelle Kompetenzen spielen beim Spracherwerb eine Rolle, der Referenzrahmen berücksichtigt auch diesen Aspekt, er soll „Barrieren abbauen”.4
Diese Standardisierung erleichtert neben der Einstufung auch die Mobilität. Möchte zum Beispiel ein Arbeitgeber in Italien einen ausländischen Mitarbeiter einstellen, der in Italienisch auf das Level B2 einzustufen ist, weiß der Arbeitgeber, welche sprachlichen Voraussetzungen der Bewerber mitbringt. Dies gilt auch für ein Studium oder Praktikum im Ausland.
Mittlerweile sind die Standards des GER auch im außereuropäischen Ausland bekannt und anerkannt. Es kann jedoch sein, dass in den Nicht-EU Ländern andere Tests und Zertifikate verlangt werden. Für die USA, Russland, China und Brasilien finden Sie weitere Informationen unterhalb der Übersicht über die europäischen Sprachtests und Zertifikate.
Für diejenigen, die sich gerne intensiver mit den Anforderungen der verschiedenen Kompetenzstufen auseinandersetzen möchten empfehlen wir den Link zum Goetheinstitut. Hier gibt es eine gute Übersicht:
www.goethe.de
3 Coste, North, Trim (2001) Gemeinsamer europäischer Referenzrahen für Sprachen: Lehren, lernen, beurteilen. Goethe-Institut (Hrsg), Langenscheidt, S. 41.
4 Coste, North, Trim (2001) Gemeinsamer europäischer Referenzrahen für Sprachen: Lehren, lernen, beurteilen. Goethe-Institut (Hrsg), Langenscheidt, S. 15.
Bereits in den 1990er Jahren gab es die ersten Bestrebungen der Europarats und der Europäischen Kommission, die Sprachkenntnisse der Europäerinnen und Europäer und der Lernenden von außerhalb der EU vergleichbar und transparent zu machen und die Sprachenvielfalt so wie das interkulturelle Bewusstsein zu fördern. So gewinnt man ein bessere Verständnis und Respekt für die Lebensart und Denkweise anderer Menschen und Kulturen. Zwischen 1998 und 2000 entwickelte die EU zusammen mit der Schweiz den „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen”. 1
Da dieser lediglich die unterschiedlichen Stufen und Aspekte der Sprachkenntnisse beschreibt und somit besonders für Vermittler von Sprachkenntnissen und Autoren von Lehr- und Prüfungsmaterial geeignet ist, wurde der Bedarf deutlich, auch für die Lernenden ein Instrument zu schaffen, die eigenen sprachlichen und interkulturellen Kenntnisse zu dokumentieren.2
Dieses Instrument ist das Europäische Sprachen-Portfolio (kurz ESP, engl.: ELP).
Das Sprachenportfolio besteht aus drei Komponenten:3
− Sprachenbiographie
− Sprachenpass
− Dossier
Das Sprachenportfolio soll quasi als Lern-Tagebuch gesehen werden, das die Lernenden ein Leben lang begleitet.
Zunächst einmal beschreibt und dokumentiert es Lernfortschritte, aber seine Aufgaben und Funktionen reichen noch viel weiter. Zum Beispiel verschiebt es die Rollen von Lehrenden und Lernenden, denn die Lernenden übernehmen selbst Verantwortung für ihr Lernen. Sie sollen selbstständig über Lernziele und ihre Umsetzung nachdenken:4
− Was motiviert mich zum Lernen?
− Auf welche Lernerfahrungen kann ich zurückgreifen?
− Was kann ich schon?
− Welche Sprachkenntnisse möchte ich mir noch aneignen, was muss ich dafür tun und was hilft mir dabei?
− Welche Fortschritte mache ich?
So wird eindeutig das angestrebte "autonome Lernen" gefördert und der Erkenntnis Rechnung getragen, dass jeder Lerner ganz individuelle Lernstrategien braucht, um seine Ziele zu erreichen.5
Das Ziel des Europarats ist es, dass irgendwann jede EU-Bürgerin und jeder EU-Bürger ein eigenes Sprachenportfolio besitzt.
Das Europäische Sprachen-Portfolio ist sehr vielseitig, denn es begleitet die Lernenden nicht nur durch alle im Referenzrahmen festgelegten Sprach-Niveaustufen (von A1 bis C2), sondern kann auch für mehrere Sprachen gleichzeitig und auch außerhalb eines Kurses verwendet werden. So erfüllt es auch das Ziel der Motivation, denn es zeigt auf, was jemand schon alles kann!
Bestandteil des Europäischen Sprachen-Portfolios ist auch der bereits erwähnte Sprachenpass.
In ihm werden die im ESP dokumentierten Lernfortschritte zusammengefasst um ihn z.B. bei einer Bewerbung mit anderen Bewerbungsunterlagen einzureichen.
So erfüllt der Sprachenpass auch den Anspruch des Europarats, die Mobilität innerhalb der EU zu erleichtern. Das Europäische Sprachen-Portfolio und der Sprachenpass sind nämlich europaweit anerkannt.6
Ein weiterer Vorteil des Sprachenpasses ist, dass durch ihn auch außerschulische Sprachenkenntnisse (z.B. bei einem bilingualen Familienhintergrund oder durch Urlaube erworbene Sprachkenntnisse) aussagekräftig dokumentiert werden, auch wenn diese Sprachenkenntnisse sich nicht durch Sprachprüfungen nachweisen lassen würden.7
Weitere Informationen unter:
ec.europa.eu/education/lifelong-learning-policy/doc46_en.htm
ec.europa.eu/education/who-we-are/doc324_en.htm
ec.europa.eu/education/index_en.htm
www.sprachenportfolio.ch
www.sprachenportfolio-deutschland.de
1 Leitfaden zum Europäischen Sprachenportfolio für Erwachsene. Thüringer Volkshochschulverband e. V., Hueber Vlg. 2008, S. 7
2 Coste, North, Trim (2001) Gemeinsamer europäischer Referenzrahen für Sprachen: Lehren, lernen, beurteilen. Goethe-Institut (Hrsg), Langenscheidt, S.14
3 de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isches_Sprachenportfolio
4 Leitfaden zum Europäischen Sprachenportfolio für Erwachsene. Thüringer Volkshochschulverband e. V., Hueber Vlg. 2008, S. 8
5 Leitfaden zum Europäischen Sprachenportfolio für Erwachsene. Thüringer Volkshochschulverband e. V., Hueber Vlg. 2008, S. 23.
6 Coste, North, Trim (2001) Gemeinsamer europäischer Referenzrahen für Sprachen: Lehren, lernen, beurteilen. Goethe-Institut (Hrsg), Langenscheidt, S.16
7 Leitfaden zum Europäischen Sprachenportfolio für Erwachsene. Thüringer Volkshochschulverband e. V., Hueber Vlg. 2008, S. 9
| ENGLISCH | FRANZÖSISCH | SPANISCH | ITALIENISCH | RUSSISCH | PORTUGIESISCH | DEUTSCH | ||
| CEFR 1 | ALTE 2 | Cambridge Certificates 3 | DELF/DALF 4 | DELE 5 | CELI 6 | TRKI 7 | DAPLE 8 | Goethe Zertifikate 9 |
| C 2 | Level 5 | CPE | TCF C2 DALF C2 DHEF |
DELE C2 Nivel superior |
CELI 5 − C2 | TRKI Niveau 4 | DU | ZOP KDS |
| C 1 | Level 4 | CAE ILEC ICFE BEC Higher |
TCF C1 DALF C1 DSLCF |
DELE C1 | CELI 4 − C1 CIC Avanzato |
TRKI Niveau 3 | DAPLE | Goethe- Zertifikat C1 Test DaF PWD |
| B 2 | Level 3 | FCE ILEC ICFE BEC Vantage |
DELF B2 | DELE B2 Nivel intermedio |
CELI 3 − B2 | TRKI Niveau 2 | DIPLE | Goethe-Zertifikat B2 Test DaF ZDfB |
| B 1 | Level 2 | PET BEC Preliminary |
TCF B1 DELF B1 CEFP 2 |
DELE B1 Nivel inicial | CELI 2 – B1 CIC Intermedio | TRKI Niveau 1 | DEPLE | Zertifikat Deutsch |
| A 2 | Level 1 | KET | TCF A2 DELF A2 |
DELE A2 | CELI 1 − A2 | TRKI Basisniveau TEU/TBU |
CIPLE | Start Deutsch 2 |
| A 1 | Break-through Level | TCF A1 DELF A1 DILF |
DELE A1 | CELI impatto − A1 | TRK Elementarniveau TEU |
Start Deutsch 1 | ||
¹ Stand: August 2010. Diese Übersicht beinhaltet nur eine kleine Auswahl an Zertifikaten und Anbietern. Die Bezeichnungen, Anbieter usw. können sich jederzeit ändern, daher sind diese Angaben ohne Gewähr.
1-10 siehe Zusatzinformationen weiter unten.
Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen beschreibt, was Lernende auf einer bestimmten Niveaustufe beherrschen sollten. Er unterscheidet bei den Kompetenzen zwischen Hören, Lesen, Schreiben und Sprechen und berücksichtigt auch interkulturelle Kompetenzen.
Interessante Links:
www.goethe.de/Z/50/commeuro/i3.htm
www.goethe.de/z/50/commeuro/303.htm (hier gibt es eine gute Beschreibung der Anforderungen an die verschiedenen Niveaustufen)
www.coe.int/t/dg4/linguistic/CADRE_EN.asp
www.coe.int/t/dg4/linguistic/Manuel1_EN.asp
www.coe.int/t/dg4/linguistic/Portfolio_EN.asp
www.telc.net (The European Language Certificates)
www.sprachzertifikat.org
www.wikipedia.org/wiki/Gemeinsamer_Europ%C3%A4ischer_Referenzrahmen
Nachzulesen unter: www.alte.org
Cambridge Certificates: Die University of Cambridge ist wohl einer der größten Anbieter von Englisch Zertifikaten weltweit.
Hier eine Übersicht über die Zertifikate:
CPE: Certificate of Proficiency in English
CAE: Certificate of Advanced English
ILEC: International Legal English Certificate / TOLES: Test of Legal English Skills
ICFE: International Certificate of Financial English
BEC: Business English Certificate
FCE: First Certificate in English
PET: Preliminary English Test
KET: Key English Test
Interessante Links:
www.cambridgeesol.org
www.cambridge-exams.de
www.de.toeic.eu
www.britishcouncil.de/d/english/ielts.htm
Außerdem bietet die LCCI (London Chamber of Commerce and Industry) auch verschiedene anerkannte Prüfungen und Zertifikate an:
EFB: English for Business (Level 1 − 4)
EFC: English for Commerce (Level 1 − 4)
SEFIC: Spoken English for Industry and Commerce (Level 1 − 4)
PBE: Practical Business English
EFTI: English for the Tourism Industry
ELSA: English Language Skills Assessment
Für das Studium an einer US-amerikanischen Hochschule werden meist andere Tests verlangt. Der am häufigsten verlangte Test ist der so genannte TOEFL (Test of English as a Foreign Language).
www.de.toefl.eu
www.de.toeic.eu
Es gibt jedoch noch weitere Tests, die von den unterschiedlichen Colleges und Universitäten verlangt werden können. Weitere Informationen finden Sie unter:
www.in-usa-studieren.de/usastudium/bewerbung_studienplatz_usa/sprachtest_studium_usa.html
Die Alliance Française hat sich auf folgende Sprachdiplome geeinigt:
TCF: Test de connaissance du français
DALF: Diplôme approfondi de langue français
DHEF: Diplôme de Hautes Études Françaises
DSLCF: Diplôme Supérieur − Langue et Culture Françaises
DELF: Diplôme d‘études en langue française
CEFP: Certificat d‘Études de Français Pratique
DILF: Diplôme initial de langue français
Interessante Links:
www.ciep.fr/delfdalf
www.alliancefr.org
www.institut-francais.fr
DELE: Diplomas de Español como Lengua Extranjera.
Interessante Links:
www.dele.org
www.cervantes.es (oder www.cervantes.de)
CELI: Certificati di Italiano Generale
CIC: Certificati di Italiano Commerciale
Interessante Links:
www.cvcl.it/mediacenter/FE
www.iicbelgrado.esteri.it/IIC_Colonia/Menu/Imparare_Italiano/Certificazioni (oder www.cervantes.de)
TRKI: Test po Russkomu Kak Inostrannomu (Test Russisch als Fremdsprache B1-C2)
TEU: Test Russisch als Fremdsprache (A 1 / A 2)
TBU: Test Russisch als Fremdsprache (A 2)
Interessante Links:
www.russian-online.net/de_start/advanced/trki/index.php
www.russian-online.net/de_start/advanced/trki/texte.php?auswahl=about_trki
www.sprachreise-ratgeber.de/sprachzertifikate-russisch.html
DU: Diploma Universitário
DAPLE: Diploma Avançado de Português Língua Estraniera
DIPLE: Diploma Intermédio de Português Língua Estraniera
DEPLE: Diploma Elementar de Português Língua Estraniera
CIPLE: Certificado Inicial de Portugués Lîngua Estraniera
CELPE-Bras: Certificado de Proficiéncia em Língua Portuguesa para Estrangeiros
Hier gibt es nur 3 Stufen: Avançado Superior (Oberstufe II), Avançado (Oberstufe I), Intermediário (Mittelstufe II), Intermediário (Mittelstufe I)
Interessante Links:
www.fl.ul.pt
www.sprachzertifikat.org/portugiesisch-sprachzertifikate/portugiesisch-zertifikate.html
brasilianische-botschaft.de/wissenschaft/212/
ZOP: Zentrale Oberstufenprüfung
KDS: Kleines Deutsches Sprachdiplom
PWD: Prüfung Wirtschafts-Deutsch
ZDfB: Zertifikat Deutsch für den Beruf
Interessante Links:
www.deutsch-als-fremdsprache.de
www.goethe.de
HSK: (Xin) Hanyu Shuiping Kaoshi ((New) Chinese Proficiency Test (seit 2010) für die VR China (für Taiwan gibt es einen anderen Test, siehe Fachverband Chinesisch e.V.), offizielles Sprachdiplom für Chinesisch als Fremdsprache
BCT: Business Chinese Test
Interessante Links:
www.fachverband-chinesisch.de/chinesischindeutschland/pruefungen/index.html
Der Fachverband Chinesisch e.V. lehnt in seiner Erklärung zur neuen Chinesischprüfung HSK auf Grund der Komplexität und Tiefe der Chinesischen Sprache einen direkten Vergleich mit den Kompetenzstufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens ab und beschreibt die aus seiner Sicht realistischen Einstufungen (unter Einbeziehung des Lernaufwands) wie folgt (weitere Informationen als PDF des Fachverbandes):
Lernstufe 1: 150 lexikalische Einheiten (unter A1)
Lernstufe 2: 300 lexikalische Einheiten (A1, jedoch ohne Schriftzeichenkenntnisse)
Lernstufe 3: 600 lexikalische Einheiten (A1)
Lernstufe 4: 1.200 lexikalische Einheiten (A2)
Lernstufe 5: 2.500 lexikalische Einheiten (B1)
Lernstufe 6: über 5.000 lexikalische Einheiten, mindestens 1.200 - 1.600 Unterrichtsstunden plus eigene Lernzeit (B2)